Freitag, 18. November 2016

Für die Vögel ...


Als ich vor einigen Tagen zufällig diesen Post auf dem Blog
 'Im Garten und am Wegesrand' entdeckte, stimmte er mich 
sehr nachdenklich. Und nach reiflicher Überlegung entschied 
ich, dass wir im Wildwuchsgarten zur Zeit lieber keine Vögel 
füttern sollten. Auch wenn so ein gedeckter Tischwie ich 
ihn jetzt bald wieder herrichten wollte, einen wesentlich 
attraktiveren Anblick bietet. Und das Vogel-TV, was wir 
dann im 'Blogger-Blick' empfangen würden, ist immer 
wieder faszinierend 

Doch zur Zeit hat die Natur den Tisch für die Tiere reich 
gedeckt. Und nach dem ersten kurzen Wintereinbruch 
schmecken die kleinen Hagebutten der Rosa multiflora 
und ihren Verwandten den Amseln viel besser. Die Äpfel 
werden gern vom Baum oder als Fallobst genommen, 
der Ilex trägt leuchtend rote Beeren, der Holunder hat 
noch einige angetrocknete Früchte. Und da die Liguster-
hecke in diesem Jahr nicht geschnitten wurde, sind auch 
reichlich Beeren zu finden. Totholz für Specht, Kleiber 
und Co gibt es im Wildwuchsgarten an diversen Stellen
Und dank der immergrünen Gehölze können die Vögel 
auch bei kalter Witterung noch so manches Insekt im 
Innern der Sträucher finden. Es gibt also eigentlich 
keinen Grund die Vögel in unserem Garten schon jetzt 
zu verwöhnen. Im Gegenteil: Oftmals waren die Meisen-
knödel & Co im November/Dezember verschimmelt, 
da die Tiere das Futterangebot fast verschmähten. 
Allerdings schauten bereits vor dem ersten Frost 
ab und an Eichelhäher, Amsel & Rotkehlchen gern
mal am Gartentisch vorbei. Denn es könnte ja 
vielleicht doch schon mal einen netten Snack geben. 
Im Wildwuchsgarten müssen wir uns also keine Sorgen 
machen, dass die Vögel das angebotene Futter bei 
Dauerfrost oder geschlossener Schneedecke nicht 
finden würden. Stattdessen spricht es sich in Vogel-
kreisen erstaunlich schnell rum, wenn die Futterbar 
wieder eröffnet ist. Und das häufig empfohlene 
rechtzeitige Anfüttern ist zumindest in 
unserem Garten nicht nötig.

Doch wenn der Winter in unserer Region ausnahmsweise 
mal etwas kälter wird, oder der Frost mehrere Wochen 
andauert, dann werden die vorher noch verschmähten 
Beeren & Früchte ganz schnell von Bäumen & Sträuchern 
abgeerntet, und bald darauf finden sich immer mehr Tiere 
am Futtertisch ein. Je länger diese kalte Zeit andauert, 
um so mehr steigt dann auch der Futterbedarf. Und oft 
musste die Futterbar von Ende Januar bis Anfang Mai 
sogar 3x täglich aufgefüllt werden. Denn Revierkämpfe 
sowie beginnende Bautätigkeit und die Paarung kosten 
besonders bei feucht-kaltem Wetter viel Energie

Und als die Natur in diesem Frühjahr extrem unter 
der Trockenheit litt, hatte ein Amselvater sehr viel Mühe 
seine 3 Sprößlinge ausreichend mit Insekten & Würmern 
zu versorgen. Denn wir sahen ihn häufiger am Teich 
Köcherfliegenlarven, Molche oder Posthornschnecken 
fischen, als auf Nahrungssuche in der Wiese. Und auch 
 vielbeschäftigte Meiseneltern waren nun sehr häufig 
an der Futterbar anzutreffen. Erst Ende Mai bedienten 
sich die Tiere eher an der Vogeltränke bzw. der Bade-
wanne als an den Futterschalen. Und da wir einen sehr 
liebenswerten Nachbarskater haben, dem leider die 
jungen Meisenkinder bei der ersten eigenen Futter-
suche fast ins Mäulchen fliegen, stellen wir inzwischen 
beim ersten flügge gewordenen Meisenkind sofort 
die Fütterung ein 

In unserer recht milden Region hat sich durch zahlreiche 
Beoachtungen die Hauptfütterungszeit inzwischen verlagert. 
Meist besteht jetzt an unserem Gartentisch in der Wiese 
ein erhöhter Zufütterbedarf von Mitte Januar bis Ende Mai.


Als ich heute mal wieder ganz gemütlich über Land 
auf der B65 nach Braunschweig zu meiner Mutter fuhr, 
wurde im Radio gerade über die Stallpflicht in Uelzen 
berichtet. Und fast zeitgleich sah ich am Ortseingang 
von Peine zum ersten Mal ein Schild mit der Aufschrift
 'Wildvogel-Geflügelpest Sperrbezirk' ...

Vielleicht ist es übertrieben, aber von Peine ist es fast 
nur ein Katzensprung ans Randgebiet von Braunschweig. 

Den sonst ganzjährig verwöhnten Vögeln zuliebe,
ist die Vogelfütterung hier nun vorerst beendet.

Das Futterhaus, die Erdnußsäule und alle Meisenknödel 
sind jetzt entfernt. Das restliche Futter habe ich breitwürfig 
in den Beeten verteilt, die Tontöpfe der Meisenknödel wurden 
zunächst gesäubert und mit kochendem Wasser übergossen. 
Das neue Futterhaus sowie die Erdnußsäule werden wir nun 
sicherheitshalber in den nächsten Tagen intensiv mit Sagrotan 
behandeln. Und damit ist Futtersaison den Vögeln und der 
eigenen Gesundheit zuliebe nach reiflicher Überlegung 
nun leider auf unbestimmte Zeit beendet 

Fotos: S.Schneider



Nachtrag, Samstag 19. November 2016:
Und nun noch ein ausführlicher Artikel zum Vogelgrippe 
Fall in Peine. Mit Infos zum Sperr- und Beobachtungsgebiet.


Kommentare:

Mascha hat gesagt…

Liebe Silke, mir ging heut Ähnliches durch den Kopf, als ich versuchte, die Wildrose an der Hauswand etwas zu minimieren und ich habe nur das Allernötigste geschnitten und die Äste mit den Hagebutten greifbar liegen gelassen. Trockene Samenstände entferne ich ja sowieso erst im Frühjahr, von wegen des gedeckten Tisches. Und mit dem Füttern halte ich es genauso: lieber in der Bau-und Brutzeit, als jetzt schon.
Ich hoffe sehr, Merula fängt nicht mit einem Piepmatz etwas ein... drin lassen geht mit diesem Katz einfach nicht!
Euch einen schönen Sonntag, LG Mascha

SchneiderHein hat gesagt…

@ Mascha
Schön, dass Du Dich meldest. Ich hatte schon ein fürchterlich schlechtes Gewissen, dass ich zwar kurz mal bei Dir vorbei geschaut und etwas gescrollt habe, aber es bisher noch zu keinem Kommentar nach der langen Blogpause gekommen ist. Aber ich hatte Dich ja schon Ende Mai vorgewarnt, dass ich eventuell wieder länger abtauche ;-)

Stimmt, mit dem teilweise erforderlichen Rosenrückschnitt etc. Handhabe ich es auch so. nur wandern die Ranken mit Hagebutten dann entweder in die Deko auf dem Tisch oder auf dem Südhof bzw. sie kommen locker auf den Hochwald-'Kompost', damit die Tiere sie noch ernten können. Ich schneide zwar auch Stauden teilweise zurück, aber das Material kommt sogleich mit der Rosenschere geschnitten wieder auf die Beete. Als Schutz für die Pflanzen und Rückzugsort für Insekten an kühlen Tagen. Und so eine Laub-/Mulchschicht bietet dann ebenfalls den Vögeln fast den ganzen Winter über Insektennahrung.

Das mit Beeren besetzte Efeu, das in unserem Garten nun mit den Ästen aus dem Apfelbaum herausgebrochen ist, wird auch nicht geshreddert. Ich habe heute endlich das Totholz aus dem Garten meiner Mutter am Haussockel auf dem Südhof verteilt und werde den Haufen nun über den Winter mit Efeu 'begrünen'. So können die Vögel dort wahrscheinlich Beeren & Insekten ernten. Denn Holzwurm & Co haben das Holz schon gut bearbeitet ...

Sara Mary Waldgarten hat gesagt…

Ich halte das ja nach wie vor für Panikmache. ;-)
Vogelfutter hatte ich mal an dem ziemlich kalten Tag ins Futterhaus gegeben. Bei uns sind die Vogelbeeren schon abgeerntet. Aber derzeit finden die Vögel sicher noch was.
Viel schlimmer finde ich die hausgemachten Seuchen - siehe auch diesen schon älteren Artikel

http://www.ralph-kutza.de/Vogelgrippe/vogelgrippe.html

Das Gleiche gilt auch für andere Viren, die Labors untereinander austauschen, per einfacher Post verschicken - wie leicht kann da etwas unter die Bevölkerung geraten, darum kräht allerdings kein Hahn! ;-)

Danke auch für Deine Ausführungen zur Scheinkerrie und den Schnecken. Ich habe dort noch etwas dazu geschrieben. Bisher waren die Schnecken (noch?) kein großes Problem. Ich hoffe, daß es dabei bleibt und in meinem damaligen L. Garten habe ich das Problem sogar der großen braunen Wegschnecken in den Griff bekommen mit speziellen Maßnahmen, wie eigenes Beet mit Schnecken-Leckerlies, Steinen, unter denen sie sich verkriechen und Eier legen konnten usw.

Liebe Grüße, gute Nacht!
Sara

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Wie ich in meinem Kommentar @ Anonym unter dem Post auf Wildwuchs schrieb, finde ich es unvernünftig die Vögel, die wir gut über den Winter, die Brutphase und Aufzucht der Jungen bei teilweise extremer Trockenheit gebracht haben, die wollen wir jetzt eventuell der Gefahr aussetzen? Der Garten bietet noch genug. Und inzwischen sind nicht nur Wasservögel betroffen - auch Tauben und ein Bussard. also Tiere, die sich gern bei uns an den früher gut gedeckten Tisch setzen ...