Freitag, 15. Januar 2016

Waren das wirklich -7°C?


Als ich gestern zum ersten Mal in diesem Jahr den Garten 
meiner Mutter betrat, war ich mehr als überrascht. Denn 
die frostigen Tage zum Jahresanfang mit bis zu -7°C und 
mindestens vier Tagen Dauerfrost hatten kaum Schaden 
angerichtet ...

Die Hellebori und andere Pflanzen in Töpfen hatten die Zeit 
im Garten jedenfalls nahezu unbeschadet überstanden. Auf 
der Säule steht Helleborus 'Shooting Star', die ich im letzten 
Jahr für 10,- € Ende Januar bei Obi gerettet hatte. Und davor 
hat die H. orientalis 'Stained Glass' auch erste Blüten.Die 
Orientalis 'Anne' vom letzten Frühjahr ist noch etwas weiter 
zurück, aber 'Emma' und 'Amazing' sehen schon recht viel-
versprechend aus. Die H. orientalis 'Ruby Star' hat es im 
Spätsommer endlich in das rote Rosenbeet geschafft, denn 
sie war im Sommer häufiger stark verlaust, und hätte schon 
wieder einen größeren Topf benötigt. Sie hält sich - wie 
fast alle anderen Lenzrosen in den Beeten, glücklicherweise 
noch etwas zurück. Denn ab Sonntag soll wieder etwas mehr 
Winter kommen. Daher werden heute sicherheitshalber die 
Hellebori-Töpfe unter das Glasdach im unbeheizten 
Wintergarten gestellt.

Die rote Scheinquitte hatte die frostfreie Zwischenzeit genutzt, 
um ihre Knospen weiter zu entwickeln. Während der Winter-
jasmin zum Jahreswechsel in voller Blüte stand, und mal wieder 
eiskalt von der Kälte erwischt wurde. Aber er blüht sicherlich 
noch nach. Und bei der vorwitzigen weißen Scheinquitte im 
weißen Vorgarten wird es spannend. Denn sie hat bereits viele 
ihrer Blüten geöffnet und trägt meist bräunliche Frostränder ...

Die letzten Rosenblüten hat der Frost geschädigt. Aber sowohl 
an der namenlosen rosa Kleinstrauchrose aus dem Baumarkt als 
auch an Lady Emma Hamilton sehen die gefriergetrockneten 
Blüten immer noch sehr malerisch aus.

Dem bewurzelten Steckling meiner weißen Skimmie 
scheint so ein Winterwetter jedenfalls zu gefallen.

Und der violette Goldlack stand bis heute Nachmittag noch so 
herrlich blühend im Topf mitten im Beet. Doch nun soll er 
für die nächsten Tage auch mal unter das schützende Glasdach.

Und seine 2 gelben Verwandten in den Töpfen an der 
kleinen Teichlandschaft ziehen nun gleich mit um ...

Schon seit einigen Wochen werden fast jeden Tag einige 
der alten aussortierten Äpfel von diesem Baum in der Mitte 
der Rasenfläche den Drosseln als Zusatznahrung angeboten, 
und immer wieder gern von ihnen genommen. Wahrscheinlich 
sind sie eine willkommene Abwechslung im Speiseplan der 
Ganzjahresfütterung ...

Beim Öffnen der Schiebetür zum Wintergarten waren ganz 
plötzlich alle Sorgen um die bis zu 40 Jahre alten Fuchsien 
verflogen. Denn dieser Blick unter das Glasdach zu den über 
2m hohen Trieben von Fuchsien und Schönmalven sah kaum 
nach gravierenden Frostschäden aus. 

Hätte ich Ende des Jahres geahnt, dass sich das Wetter 
zum Jahresanfang ganz spontan umentscheiden würde, 
dann hätten Wolfgang und ich die Fuchsien wieder 
beim Weihnachtsbesuch eingekellert ...

Aber diesen extremen Kälteumschwung hatte wohl auch 
der Wetterbericht nicht rechtzeitig vorausgesehen. Denn 
ganz plötzlich wurden über Nacht aus -2° bzw. -4°C und 
ein oder zwei Tagen mit Dauerfrost nachts - 7°C, und der 
Dauerfrost blieb plötzlich fast 5 Tage lang. Darauf waren 
weder wir mit unserer kränkelnden Maus, und schon gar 
nicht die Fuchsien vorbereitet. Aber anscheinend wärmte 
die Schneedecke auf dem Glasdach. Und es war sicherlich 
auch von Vorteil, dass ich die Fuchsien beim Einräumen in 
den Wintergarten nicht eingekürzt hatte, und ihre Wasser-
versorgung in letzter Zeit stark vernachlässigt wurde.

Die Aurikeln sehen zwar unansehnlich aus, und ich wollte 
sie eigentlich bereits im Spätherbst wieder umpflanzen, 

aber da verbrachten meine Mutter und ich die verbleibenden 
gartentauglichen Tage lieber mit den Baum- & Gehölzschnitt. 
Doch wenn der Wetterbericht jetzt stimmt, dann kann ich die 
Aurikel-Sammlung schon bald versäubern & umtopfen - so 
der Sack mit Blumenerde in der Garage dann nicht doch 
zu stark durchgefroren ist 

Das Solanum in der letzten Ecke des Wintergartens war jedenfalls 
der Meinung in diesem Winter wird mal durchgeblüht! Und da es 
zusammen mit den 4 unhandlichen alten Fuchsien-Kübeln, den 
Schönmalven und den drei Agapanthus-Töpfen sicherheitshalber 
etwas verpackt in der Garage steht, kann das auch klappen. 

Lediglich die kleineren Fuchsien wurden zurückgeschnitten und 
kamen zur kurzen Winterruhe in den Keller. Denn eigentlich 
sollten sie bereits ab Februar gedüngt werden, um nach den Eis-
heiligen nicht zu staksig in den Beeten zu stehen 

Und da der Wetterbericht Anfang des Jahres schon mal so einfach
über Nacht seine Prognose nach unten korrigiert hatte, kamen 
alle Hortensienkübel auch noch schnell mit unter das Glasdach. 
Denn es wäre schade, wenn sie stark zurückfrieren würden. Ihre 
Form möchte ich lieber demnächst mit der Schere bestimmen!

Fotos: S.Schneider


Kommentare:

Mascha hat gesagt…

40 Jahre alte Fuchsien - wow!
Nur einmal sah ich ähnliches: in der Anderbecker Mühle im Huy (zum Mühlentag einen Ausflug wert!), ich selbst schaffe es kaum mit dem Überwintern und seit meine Geranien alle tot waren... hab ich diesjahr keine wieder in den stockfinsteren Keller gebracht und überwintere nur die Begonienknollen noch.
Aber stimmt: der Frost bisher hat noch nichts wirklich kaputtgemacht, auch Vergessenes, was rein gesollt hätte, hat bis jetzt überlebt.
Und so hoffe und wünsche ich, dasz auch wir diesen Winter gut überleben werden, der da ganz gewisz noch kommt.
Herzlichen Dank erstmal noch für den wunderschönen Bärenkalender, ich habs grad nicht so mit Schreiben bzw. vor lauter Bloggen komme ich nicht dazu ;-)
Auf dasz das Jahr eion Gutes wiord und wir uns auch einmal wieder begegnen,
Mauz
Mascha mit Merula

Edith Wenning hat gesagt…

Liebe Silke, zunächst einmal ganz herzlichen Dank für Deine Besuche am 20.01. und heute bei mir! Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass Du Dir so viel Zeit für meinen Blog genommen hast. Bei mir läufst Du unter `Wildwuchs..'. Und ich hatte mich schon so oft gefragt, weshalb seit 5 Monaten bei Dir nichts mehr geschieht. Aber ich sehe, Du blickst voller Zuversicht Richtung Frühling. Deine Bestellung dürfte auch an mich geliefert werden. Auch ich liebe Aurikeln und Leberblümchen. Letztere würden in meinem Staudengarten einfach untergehen. Aber ich mag sie sehr, bewahre Gartenzeitungen mit Artikeln über sie auf. Und was Aurikel angeht, habe ich letztes Jahr richtig zugeschlagen. Mehr als 30 Töpfe - versehen mit Namen (Pavarotti z.B.) - standen auf meinem Pflanztisch. Irgendwann wurde dann ein Blatt nach dem anderen braun. Ich zupfte und zupfte und hatte zum Schluß nur noch dünne Stiele. Ich habe sie mit Buchenlaub abgedeckt und in eine ca. 60 cm tiefe Erdgrube direkt am Haus gestellt. Ich bin gespannt, was ich davon im Frühling vorfinden werde. - Was Lenzrosen angeht, habe ich eine ganze Kiste voll mit Schildern. Dass man Lenzrosen eigene Namen gibt, sehe ich erst neuerdings. 'Emma' z.B. habe ich in zwei Kübeln, letztes Jahr erworben. Die wunderschönen filigranen dunkelrot gefüllten Lenzrosen habe ich mit dem Pflanzenschild 'Rose des Frühlings' bei Obi und auch im Gartencenter gekauft. Ich werde darüber noch einmal einen gesonderten Post schreiben. Hoffentlich bis bald. Liebe Grüße Edith

Naturwanderer hat gesagt…

Liebe Silke,
heute mal wieder ein Besuch bei dir, ich weiss garnicht warum ich das nicht öfter mache.Deine Pflanzen werden sich alle sicher wieder bestens in Form bringen, lass nur erst mal den Winter vorbeirauschen, da bin ich sicher. Auch bei uns war der Einbruch mit Kälte ein richtiger Schock, aber die Zeit für Kälte ist noch nicht rum, da kann noch was kommen. Wir hier am Kaiserstuhl sind ja immer ein wenig verwöhnt, es gab ja schon die ersten Mandelblüten und das im Dezember, ich habe sie in meinem Blog vorgestellt. Auch andere Frühblüher hatten schon mal einen Blick in die Welt riskiert.
Nun ruht alles wieder unter der Erde, eine Schneeschicht wäre sicher gut, bei uns leider nichts in Sicht. Auf den Schwarzwaldhöhen dagegen bestes Skiwetter.
Liebe Grüße
von Edith

kleine-creative-Welt hat gesagt…

Liebe Silke,
auch ich war überrascht, dass trotz der Minusgrade noch alle Blüten im
Garten leben - selbst der empfindlichen Kamelie hat es nichts getan -
dieses ständige Auf und Ab ist so gar nicht meins - da sehne ich mich
wirklich nach früheren Zeiten zurück, wo Sommer noch Sommer war - und
Winter Winter....
ich wünsche euch Kranken baldige Besserung -

alles Liebe - Ruth

SchneiderHein hat gesagt…

@ Mascha
Und sie haben anscheinend auch den zweiten wesentlich heftigeren Wintereinbruch überlebt! Ich hatte bei dem Wetterbericht und den teilweise bis zu -14°C wirklich Angst um sie. wir hatten sie zwar noch rechtzeitig in der Garage auf Styroporplatten gestellt und als der Wetterbericht von Tag zu Tag fieser wurde, hatte meine Mutter sie noch in Luftpolsterfolie verpackt, aber wir waren sicher, dass sie die darauffolgenden Wintertage nicht in der unbeheizten Garage überleben konnten. Ebenso wie Agapanthus, die 4 Schönmalven, die ungeschützte Yucca-Palme und das Solanum. Aber vielleicht ist die Gefahr des Vertrocknens sogar total unterschätzt. denn, obwohl die Erde in den Kübeln noch gefroren war, hatten wir sie gleich nach dem Frost gegossen. Das scheint ihnen zumindest auch geholfen zu haben.
Die Malven etc. hatte ich gestern wieder unter das Glasdach gestellt. Aber die Fuchsien bleiben je nach Wetter nun ungeschnitten bis Ende Februar in der Garage. So eine Art Winterruhe. denn die Blätter & langen Triebe schützen sie eventuell auch vor weiteren Frostschäden …

Ich hoffe es klappt Ende Februar bzw. im März. Die Knotenblumen treiben schon im Haus vor! Mal abwarten, wann Wolfgang den nächsten Termin hat. Das Projekt ist nämlich noch immer nicht abgeschlossen ;-(

SchneiderHein hat gesagt…

@ Edith
Das Thema Blog-Vielfalt hatten wir inzwischen ja schon an anderer Stelle ;-)
Und auf dem Katzenblog hatte ich irgendwann mal im Herbst mit dem aktuellen Fotodatum 'nachgefüllt', da mir die Bilder einfach immer wieder fehlten. Und da die beiden grauen Damen nun schon 14 1/2 Jahre alt sind, können Krankheiten etc viel verändern. Ich sehe es ja an Herrn Katze, dass ich immer noch Bilder auf dem Blog von ihm vermisse, aber mich noch immer nicht aufraffen konnte sie nachzuposten …

Ich gebe zu, im Moment bin ich im Pflanzen-Kaufrausch:
Voller Zuversicht schaue ich im Wildwuchsgarten nach fast 20 Gartenjahren jetzt in zukünftige Zeiten. Da muss sich einiges ändern, aber mit viel Ruhe und Gelassenheit ...
Und da meine Mutter im letzten Sommer irgendwann allein ihre alte braun gewordene über 2m hohe Zuckerhutfichte gefällt hat, und dabei besser einen Bauhelm getragen hätte …, kaufe ich nun lieber neue & vor allem andere noch nicht im Garten vorhandene Sträucher für ihr neu anzulegendes Beet, eh' sie nun ihre vorhandenen Sträucher plötzlich allein (mit ihren f77 Jahren) umpflanzt, da ich mal wieder nicht schnell genug war ;-()

Leider waren 2 Lenzrosen bei Peters nicht sortenrein und wurden daher nicht geliefert. Und auch das cremegelbe Sonnenröschen kam nicht mit, da es den Winter nicht überlebt hatte.Na ja, nächstes jJahr sollte ich ja auch wieder die Wirtschaft ankurbeln …

Standen Deine Aurikeln eventuell zu hoch im Topf? Es ist wohl wirklich sinnvoll sie 1x im Jahr umzutopfen. Aber eine herrlich dunkelrot gefüllte hatte ich im Anfang auch mal an die Wurzelfäule verloren …
Ins Beet können sie weder bei meiner Mutter noch bei mir. Das wäre ein riesiges Festmahl für die Schleimer!

Rose des Frühlings gab es jetzt bei toom. Mir fehlen nun noch 2 herrliche Lenzrosen-Pötte zum Verschenken. Mal schauen, wann ich wo fündig werde - und was mir auf der Suche dann noch so alles 'zuläuft'

SchneiderHein hat gesagt…

@ Edith - Naturwanderer
Ich muss zugeben, bei Dir habe ich auch schon lange nicht mehr vorbeigeschaut! Aber wohl auch, da Eure Natur immer schon so viel weiter ist, und ich dann je nach Wetter mal neidisch bin oder mir das bei Euch einfach viel zu schnell geht ;-)

Und außerdem habe ich mich ziemlich lange - so ab Ende August, im Bloggerland bei fast allen Themen rar gemacht. Auf Wildwuchs hatte ich vorhin in einem Kommentar geschrieben, dass ich wohl so eine Art 'Frostkeimer' bin. Wenn der Winter nicht zwischendurch ein paar Tage Kälte bringt, fehlt mir etwas im Gartenjahr um neu durchzustarten …

Zum Glück scheinen de alten Fuchsien auch den zweiten Wintereinbruch fast unbeschadet überlebt zu haben - siehe @ Mascha. Bei den Temperaturen waren meine Mutter und ich sicher, dass wir nun doch zu viel Risiko eingegangen waren ...

SchneiderHein hat gesagt…

@ Ruth
Stimmt, wenn Winter noch Winter wäre, dann hätten wir all' die Fuchsien eingekellert, Winterschutz verteilt und würden jetzt aufs Frühjahr warten. Nun ist es ein ganz anderes gärtnern mit der Natur ...