Sonntag, 27. April 2008

Am 1.Mai geht es hier rein ...



... zwischen 15 und 18 Uhr ist unser Wildwuchs-Garten
dann wieder im Rahmen der offenen Pforte Hannover
für Garteninteressierte geöffnet.

Es gibt jedoch leider Einschränkungen:
Da hier auch unsere beiden Katzen Maus & Allegra wohnen,
bitten wir darum, Hunde auf dem Hof warten zu lassen.

Auch müssen wir leider, wie schon im letzten Jahr,
vor Zecken warnen. Daher werden wir für all' diejenigen,
die sich dann lieber unseren Garten aus der Ferne ansehen,
demnächst wieder einen ausführlichen Gartenspaziergang
auf unserem Blog Wildwuchs unter Aufsicht zeigen.

Und hier geht es zu unserer offenen Pforte vom Mai 2007.

Falls Sie nocht nicht wissen, wie sie uns finden,
die Anschrift erfahren Sie über s_schneiderhein@web.de

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.


Freitag, 25. April 2008

Hasenmaus knotet




"Verratzt und zugeklebt! Du blödes Stück von einem Tampen,
das sogar einen Klabautermann windjammern lässt!" Der kleine
Hase im blauen Matrosenzwirn wird langsam richtig wütend.
Jetzt schlingt und fädelt er schon so lange diese Schnur in
immer neue Schleifen und Schlingen. Aber so ein richtiger
Seemannsknoten will es einfach nicht werden.

Dabei hatte das im Buch so einfach ausgesehen und die tollen Namen
wie Slipstek, Palstek, Schotstek und Achterbelegungsknoten hatte
sich der eifrige Hasenjunge auch genau gemerkt. Nur kann er sie
jetzt überhaupt nicht gebrauchen. Weil das knubbelige Wuhling
eben nicht wie so ein Palstek aussieht.

"Wassermarsch und Dünndammbruch! Das ist ja wie eine
griesgrämige Gruppenreise mit Miesmuscheln," grummelt
das Langohr. "Wenn du doofes Seemannsgarn jetzt nicht willst,
scheuer' ich dich mit Neptuns Meerwasserpieling auf der
Sonnensandbank ein," raunzt er den widerspenstigen Faden an.
Das beeindruckt das verdrehte Knäuel aber überhaupt nicht.
Wenigstens kann der Hase aber kräftige Seemannsflüche üben.



Das Fluchen gehört auch zur großen Seebären-Prüfung, für die
der Junghase immer noch unentwegt lernt. Aber wenn das mit den
Knoten nicht bald klappt, sieht Hasenmaus dunkle Sturmwolken
aufziehen für seine große Fahrt. Wer will denn schon einen
Leichtmatrosen, der kein Segel festbinden kann, so dass es
einfach davon flattert. Oder der das Schiff so am Kai festtäut,
das es gleich wieder weg schwimmt, wenn man auf Landgang ist.
Dem kann man ja noch nicht einmal die Wäscheleine anvertrauen.

"Du musst das lose Ende durch das Auge fädeln." Unvermittelt
taucht hinter dem Hasen der 'Geist der Seefahrt' auf, der das Elend
nicht mehr mit ansehen kann: "Dann belegst du das Ganze mit zwei
halben Schlägen und zurrst das Tau fest zu." Doch das Langohr ist
viel zu verdutzt, um den klaren Anweisungen aus dem Nichts
zu folgen. Woher kommt denn plötzlich diese nach einem rostigen
Nebelhorn klingende Stimme hinter seinem Rücken her? Warum
heult dazu ein hoher Pfeifwind? Und was weiß dieses quäkende
Altmetall denn so viel von der Seemannsbefestigungstechnik?
Das ist doch unheimlich!

Als sich der kleine Hase endlich zitternd umdreht, um die Quelle für
die unheimlichen Ratschläge zu orten, ist der 'Geist der Seefahrt'
schon längst wieder verschwunden. Dieser Seehase ist ja noch viel
zu grün hinter den Ohren, um schon ein echter blauer Junge zu
werden. Er wird wiederkommen, wenn der Rotzlöffel mehr geübt
hat und endlich auch versteht, was er sagen will. Also schaut eine
bange Hasenmaus sich um und sieht . . . nichts!

"Das ist ja noch viel unheimlicher," murmelt er leise, als er wieder
zum Hanfband greift. "Wenn da jemand erst unheimlich viel spricht
und wenn man hinschaut, unheimlich schnell verschwunden ist."
Die Lust auf das Fluchen ist dem kleinen Hasenfuß erst einmal
vergangen. Aber was meinte die Stimme mit den halben Schlägen.
Soll er das Seil jetzt auf die Bretter hauen? Nur nicht so doll?

Wenn das jetzt kein Palstek wird, ist es ja vielleicht schon längst
was anderes. Etwas, wofür er nur den Namen noch nicht kennt.
Woher soll ein kleiner Hase auch wissen, ob so nicht ein Rumpstek
oder gar ein Bootsstek aussieht?

Aber wenn diese neuen Stekdinger nicht im Knotenbuch stehen,
zählen sie sicher auch nicht für die Seebären-Prüfung. Es hilft nichts,
er wird noch mal von Vorne anfangen müssen. Hasenmaus zieht und
zerrt an den Seilschlaufen, um das Wickelkram zu entwirren. Doch
eigentlich zieht sich das Ganze dabei nur noch enger zusammen.
"Du grützgrünes Krumpelband eines Schwippschwappschwagers,
geh auf!" Diesmal ist es eine helle Jungenstimme, die von hinten
kommt: "Was machst Du da?"

Als das Langohr sich ganz schnell umdreht, bevor die Stimme wieder
verschwunden ist, steht da ein kleiner Mausejunge im Schlafanzug,
der neugierig auf das wild geknotete Seil in des Seehasens Pfoten
zeigt: "Wieso ist das so ein wirres Zeug?"

"Das ist doch kein wirres Zeug," behauptet ein gekränkter Hase
pikiert. "Das sind ganz viele Seemannsknoten, deren Namen ich nur
noch nicht weiß. Und jetzt mache ich noch einige dazu, die jeder
kennt. Und damit bestehe ich dann die Seebären-Prüfung."
Hasenmaus übergeht großzügig die kleinen Hindernisse. "Wieso?"
fragt der nüddelige Naseweis. "Damit ich auch ein Seebär werde,"
verkündet Hasenmaus mit strahlenden Augen."Wie wird denn aus
einem Hasen ein Bär?" Der Kleine ist offensichtlich noch nicht
überzeugt. "Weil 'Seebär' ein nautischer Fachbegriff ist." Das
Langohr schüttelt den Kopf. Das weiß doch jeder. . . "Warum?"

"Mit so einer Schnur kann man die ganz großen Pötte im Hafen
festmachen," versucht Hasenmaus abzulenken. "Wer bindet so
einen dicken Kochtopf an? "Das Langohr ist fassungslos: "Na ich!
Damit er nicht wegschwimmen kann!" Ungläubiges Staunen:
"Wie geht das?" Der Mäuserich zupft am Hanf. "Mit richtig festen
Seemannsknoten am Poller. Die halten alles." Der Jungmatrose kennt
sich ja in der maritimen Theorie schon gut aus. Jetzt fehlt nur noch
so ein bisschen praktische Umsetzung. "Wieso hält denn so eine
dünne Strippe?" Dem kleinen Jungen im Schlafanzug gehen die
Fragen wohl nie aus. "Was ist, wenn die reißt?"

"Himmeldonnerwetterundwolkenbruch! Dann nehme ich eben
eine stärkere Seeschnur für Dickschiffe! Da tanzt doch das
Klappergerippe auf der Totenmannkiste" Der Kleine ist wirklich
anstrengend. "Fluchen muss man als Seebär übrigens auch können,"
erklärt das Langohr schon etwas ruhiger. "Ich übe das schon mal
beim Knoten." "Warum?" Der junge Nager findet das merkwürdige
Seehasenzeug richtig spannend.

"Sonst verstehen einen die anderen Seeleute nicht." Eigentlich
ist Hasenmaus richtig stolz, dass er schon so viel über die
Seefahrt weiß. "Jetzt zeige ich dir einen richtigen Knoten. Dazu
nimmt man die beiden baumelnden Enden in jede Pfote." Das
Mausekind vergisst sogar die nächste Frage, so gebannt schaut
es dem geschäftigen Schiffsjungen über die Schulter.

Der hastige Hase hat nach den ersten Schlingen den Faden verloren.
Den, der im Kopf den Plan zusammenhält. Den echten hält er noch
fest in den Pfoten, aber er weiß nicht so recht, ob er jetzt schon
alles zusammen ziehen soll, oder ob er lieber doch noch weitere
Schlaufen knüpft, damit die Pötte, Schaluppen und wenigstens
Nuss-Schalen am Ende auch fest am Ufer hängen. So bemerkt er
auch nicht, dass sich von hinten eine graue Maus nähert.

"Also am Besten, ich fange noch mal an." Hasenmaus zieht die
verknoteten Ende vorsichtig wieder auseinander. "Ich mache
das, damit man es besser sehen kann," fügt er hastig hinzu.
Wasserspeiende Höllenhunde der Bruchbarke, jetzt muss das
aber endlich was werden. Der Jungmatrose hat schließlich
einen jungen Zuschauer, den er nicht enttäuschen will. Der
fragt inzwischen seine Schwester, was sie denn hier will?

Dann erklärt die Jungmaus dem Nagermädchen, dass dieser
Hase eigentlich ein Wasserbär ist. Er muss dafür ein Seil ganz
klein zusammenknoten, vielleicht um später seine langen Ohren
verstecken zu können. Und den Hasenbären muss man immer
ganz viel fragen, weil der alles mit so schwierigen und fremden
Worten sagt. Die braucht man auf dem Wasser, weil Meerbären
sonst bei der Schifffahrt nichts verstehen. Deshalb fluchen die dort
immer lang und breit, damit bei Windrauschen und Wellenschlag
überhaupt was ankommt. Wieso aber dabei das Wichtige nicht
verloren geht, hat er noch nicht verstanden. Er muss gleich
noch mal nachfragen.

"Einen Moment, ich hab's gleich," nuschelt Hasenmaus, als ihn der
Junge am Ärmel zupft. "Das ist jetzt ein ... also, das ist jetzt ein
... ein ... ähh!" Mist- und Schotbruch, das ist schon wieder so ein
unbekannter Knoten. "Ich muss da nur noch etwas nachziehen."

"Komm, lass den Hasenonkel in Ruhe." Die Schwester zieht den
neugierigen Hosenmatz im Schlafanzug weg. "Der hat schon genug
Schwierigkeiten. Auch wenn du ihn nicht mit deinen Fragen löcherst."
Widerstrebend lässt sich der Mausejunge wegziehen. "Warum? Diese
Löcher waren doch schon vorher in der blauen Jacke?" Er zeigt auf die
zerschlissenen Stellen des Matrosenanzugs. "Das sagt man nur so."
Seine Schwester ruckt an der Mausepfote "Wieso?"

"Los komm, wir müssen heim." Die beiden Mäuse verschwinden
wieder im Garten. Und eine Hasenmaus ist so in die Aufgabe
vertieft, einen erkennbaren Knoten zu bauen, dass er davon
nichts mitbekommt.

"Also das wird jetzt ein Hasenstek. Den braucht man, damit das Seil
nicht zu lang wird." Doch als das Langohr sich umblickt, um endlich
das Ergebnis harter Knüpfarbeiten zu zeigen, ist er allein. Weit und
breit ist niemand zu sehen. Wo ist der Mausejunge hin?

"Der ist ja nicht ganz so unheimlich," überlegt ein kleiner Hase, ganz
allein auf dem Steg. "Der war ja nur unheimlich neugierig." Aber ein
wenig bange ist dem tapferen Leichtmatrosen schon, wenn hier
immer was verschwindet. Vielleicht sollte er besser reingehen und
sich das Knotenbuch noch einmal ansehen.


Fotos: W.Hein

Hasenmaus will vielleicht auch deshalb unbedingt ein 'Wasserbär' werden,
weil sein Elternhaus 'Bell BEARS Designs' heißt und in den Niederlanden
steht. Von dort kommen auch die beiden Mäuse Naseweis und Altklug.
Der 'Geist der Seefahrt' ist aus dem alten Leinen eines bedruckten
Kaffeesacks gefertigt und ein 'Bella Bim Bär' aus Berlin.


Donnerstag, 24. April 2008

Aurikeln



Meine Mutter liebt Aurikeln, aber leider haben ihre Schnecken sie
zum Fressen gern. Daher ist bis jetzt jeder Versuch Aurikel-Stauden
ins Beet zu pflanzen, schon nach wenigen Tagen gescheitert. Also
musste meine Mutter sich mit diesem Bild trösten, damit sie
trotzdem wenigstens 1 Aurikel hat ...

Aber bei diesem Töpfchen siegte dann doch vor einem Jahr
die Unvernunft. Denn einer dunkelroten und noch dazu
gefüllten Aurikel im Topf konnte ich nicht widerstehen.

Und dank der Tipps auf HaBseligkeiten, ist sie nun gut
über den Winter gekommen und blüht & blüht:













Aber nicht nur gefüllt - an einer versteckten Ecke im Topf
findet sich in diesem Jahr auch die einfache Blütenform.

Und als ich dann genau diese dunkelrote gefüllte Aurikel
in diesem Jahr noch einmal zum Verschenken in meiner
Lieblings-Gärtnerei suchte, da musste nach diesem ersten
Erfolg, auch die hellviolette Aurikel für meine Mutter mit:



... und sie dankt es uns!

Fotos: SchneiderHein


Und wer jetzt auch dem Charme der Aurikel verfällt,
bekommt hier noch ein paar zusätzliche Hinweise ...



Dienstag, 22. April 2008

Unser Vorgarten im April



Seine Zeit ist nun schon wieder fast vorbei.
Die ersten Blüten des Hohlen Lerchensporns
vertrocknen im sonigen Vorgarten.

Aber ganz versteckt, vom Fußweg aus nicht
zu sehen, hat sich noch ein Pflänzchen unter
der Ligusterhecke entwickelt.

Hier kommt auch eine Rispe der Frühlings-Platterbse hervor.

Sie gehörte vor 12 Jahren zur Erstausstattung
unseres Vorgartens und hat inzwischen einige
Ableger auf der kleinen Fläche verteilt.

Die Schachbrettblume war eher ein Experiment:
In unserem Wildwuchsgarten wurden mir diese
zarten Pflänzchen häufig zerfressen. Daher hatte ich
ein paar der violett blühenden Knollen im letzten
Frühjahr
nach der Blüte in den Vorgarten gesetzt.

Die pinkfarbende Pfingstrose kommt kraftvoll aus der
Erde hervor. Hoffentlich profitiert sie nun endlich von
ihrem rosennahen Standort und schenkt uns in den nächsten
Wochen ein paar Blüten. Seit vor 2 Jahren einige violette
Rosen in ihrer direkten Nachbarschaft eingezogen sind,

bekommt auch die Pfingstrose mehr Wasser und Dünger.

Ganz in der Nähe, versteckt zwischen Hecke und Rosen,
erheben sie die zierlichen Blüten der Elfenblume.

Sie muss sich schon ein wenig beeilen, denn
die kräftigen Austriebe eines Storchschnabels
kommen immer näher und stehlen ihr bestimmt
demnächst die Schau.

Diese Helleborus Orientalis ist ein Sämling
aus dem Garten meiner Mutter.

Im Moment zieht sie noch alle Blicke auf sich.
Aber schon bald übernehmen andere Pflanzen
diese Rolle.

Doch es gibt auch die kleinen Erscheinungen am Rande,
die zur Zeit mit zarten Blüten fast unscheinbar bleiben.

Das rot-violette Immergrün, das eigentlich als Teppich
den gemulchten Boden des Vorgartens bedecken sollte,
klettert nun lieber als zartes Rankgewächs in der
Ligusterhecke empor.

Die Rosen sind schon auf dem Vormarsch.
Cardinal Hume habe ich in diesem Frühjahr
kaum zurückgeschnitten. Ihre Triebe waren so
energiegeladen und gesund. Und selbst der späte
Wintereinbruch hatte ihren neuen Spitzen
kaum geschadet.

Noch zieht die Blutjohannisbeere auf der anderen
Seite des Vorgartens die Aufmerkamkeit auf sich.

Selbst bei diesem recht wuchsfreudigen Strauch hat
es einige Jahre gedauert, bis er so viele Blütenrispen
hervorbrachte. Da müssen wir uns wohl bei unserem
rosa-weißen Ribes im Wildwuchsgarten noch etwas
länger gedulden.

Wer schneidet eigentlich in der Natur die Rosen?
Als wir im letzten Juni in Rosarium in Sangerhausen
waren, fanden wir zumindest an einigen Wildrosen
noch ein paar Hagebutten. Auch in unseren Gärten
ist das Angebot für die Tiere offensichtlich so
reichhaltig, dass es immer noch einige Hagebutten
an der Rose am Spalier gibt.

Und er ist auch schon wieder da! Eigentlich als Unkraut
gefürchtet, aber leicht herauszuziehen und mit kleinen
herrlichen Blüten -
der stinkende Storchschnabel.

Wenn sie es endlich geschafft hat, wird auch
die rosa
Kartoffelrose zum wild wuchernden Unkraut.
Aber von dichten Hecken, wie auf den Mittelstreifen
der Autobahnen, sind wir hoffentlich noch Jahre oder
gar Jahrzehnte entfernt.

Auch die Kiefer vor dem Haus entwickelt sich nur
langsam. Sie stand vor 12 Jahren bereits im Vorgarten
und bildet zusammen mit dem
Kirschlorbeer, einer
Muschelzypresse und drei verschiedenen Wachholdern
den immergrünen Hintergrund des Vorgartens.

Zwischen Kuhschelle und Storchschnabel schiebt sich die
erste kleine Rispe eines jungen Wiesenknöterichs hervor.

An seinem ursprünglichen Platz sind seine Blätter
schon weiter entwickelt und es dauert nur noch
ein paar Wochen bis auch unser Vorgarten wieder
zugewuchert ist ...

Fotos: SchneiderHein